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  • Michi

Von Grenzen, Glauben und guten Mädchen




Kürzlich hat mich eine Freundin gefragt, woher meine neue oder wiedergewonnene Energie, mein Vertrauen und die Leichtigkeit kommen. Gute Frage, vor allem, weil ich das selbst letztes Jahr nicht für möglich gehalten hätte.

Ich erinnere mich gut an ein Telefonat mit meiner Patentante im November/Dezember, in dem ich meinen Frust abließ und sie bemerkte, dass ich mich auch gerade nur noch auf das Negative konzentriere. Mein erster Impuls war Empörung, schließlich sagt man mir doch Optimismus und eine positive Grundhaltung nach und ich sah doch auch immer noch gute Dinge … „Du mich auch“ formte sich eine kleiner Gedankenwurm und mal ehrlich, vielleicht ist das bei euch ja ähnlich: In dem Moment wusste ich ganz genau, dass sie recht hat, ich wollte es nur nicht zugeben. Denn ich hatte meine positive Einstellung verloren, kaute das Negative täglich immer wieder erneut durch, wodurch es sich ja noch vermehrte.

Das Ding mit Mindset und Heartset, Glaubenssätzen und Grenzen, Gedanken und Gefühlen ist ja, dass alles ineinandergreift. Mit dem Hinterfragen meiner eigenen Glaubenssätze und den ersten Entscheidungen wurde mir leichter ums Herz. Ich konnte wieder atmen und mein Hirn konnte mal entspannen. Es musste nicht andauernd grübeln. Da ist dann auch Platz für weiteres Reflektieren…


Glaub dir nicht alles, was du denkst!

Was soll das denn heißen? Du machst dir in deinem Kopfkino selbst deinen Lebensfilm und redest dir dabei auch ganz schön viel Schwachsinn ein. Es liegt wohl nicht nur an meiner Film- und Serienleidenschaft, dass ich echt die Königin des Kopf-Drehbuchs bin. Ich kann mir bereits Reaktionen und Dialoge sowie den weiteren Verlauf ausmalen, da ist mein Gegenüber noch gar nicht am Horizont aufgetaucht. Ich weiß also noch gar nicht, was passieren wird! Aber ich glaube bereits, dass … und sicher wissen einige von euch aus eigener Regieerfahrung, dass da häufiger Dramen als Komödien oder ähnliches produziert werden.

Wenn ich also schon so gut darin bin, Geschichten zu kreieren, dann wäre es doch deutlich besser, es wären die geilen Storys, die ich in meinen Gedanken manifestiere, damit es voran geht und ich glücklich bin.

Zeit also für positive Bilder im Kopf, für Affirmationen und den bewussten Umgang mit Gedanken und der Energie, mit der ich mein Leben lebe …


Where focus goes, energy flows …

Klingt so schlicht, hat aber eine unglaubliche Wirkung. Wie will ich die Dinge sehen bzw. worauf lege ich den Fokus? Da fließt dann eben auch unsere Energie hin. In der Umsetzung bedarf es Übung, aber die Auswirkung ist für mich ein absoluter Gamechanger!

Ich erinnere mich, dass ich mit einer Freundin spazieren war (was sonst?!), die mir von ihrem bevorstehenden Personalgespräch am nächsten Tag erzählte und prophezeite, wie beschissen es laufen würde. Ich hörte ihr zu und der Coach in mir hatte direkt das Bedürfnis Fragen zu stellen und mit ihr, konstruktive Lösungen zu finden … Ich musste so lachen – das war ein Paradebeispiel für die eigenen Gedanken und den Fokus. Wir haben uns überlegt, wie es wäre, wenn das Gespräch positiv laufen würde, weil sie all die negativen Vorannahmen einfach mal beiseitelassen würde. Wir haben den Dialog übertrieben cool geführt, Witze gemacht und die ganze Situation gedreht. Und auf einmal hatte sie Hoffnung. Tatsächlich ist ihr Gespräch um Längen besser gelaufen als sie dachte! Ist das nicht großartig?

Wenn wir uns erst einmal erlauben, das Positive überhaupt zuzulassen, ist so viel mehr möglich. Ich muss in den letzten Wochen so oft schmunzeln, weil ich merke, wie sich Situationen positiv entwickeln, wie sich Probleme lösen, wie Dinge vorangehen, dass gar nichts Schlimmes passiert, dass es tolle Überraschungen und Wendungen gibt und bin so dankbar, dass ich mir selbst einfach den besseren Film schreibe. Das muss gar nicht immer etwas Großes sein. Es sind ja gerade die Banalitäten im Alltag, über die wir stolpern und die unsere Energie verbrauchen. Negativität ist so anstrengend und lähmend und machte uns so oft klein und unzufrieden.

Ich lerne immer mehr Geduld und Vertrauen: Vertrauen mich selbst, in andere und das Leben. Natürlich ertappe auch ich mich immer mal wieder in Situationen, in denen mein Hirn den alten Pfad betreten möchte, aber ich bekomme es schneller überzeugt, dass unser neuer Weg der bessere ist.


Man kann anderen Grenzen setzen und gleichzeitig seine eigenen Grenzen sprengen!

Ganz wichtig in diesem Prozess: Mit dem Hinterfragen meiner Glaubenssätze, der positiven Einstellung und dem neu gefundenen Mut und Vertrauen in den Prozess, sprenge ich gerade etliche Grenzen. Auch wenn es manchmal bitter ist, sich das einzugestehen, aber die Limitierungen habe ich mir selbst an vielen Stellen gesetzt, im Glauben, sie kämen von außen und ich könnte sie nicht verschieben.

Dafür habe ich im Umkehrschluss ganz entspannt andere meine Grenzen einfach überschreiten lassen, ohne ihnen Einhalt zu gebieten. Da wurden mir die negativen Gedanken, Ängste und Befindlichkeiten (gerne ungefragt) übergestülpt und auf mich projiziert. Und ich habe sie brav mit nach Hause genommen und gegrummelt, anstatt direkt zu sagen, dass ich gar nicht um die Meinung und Einschätzung gebeten habe, weil das ja unhöflich oder ich gar unbequem wirken könnte und ich bin doch so furchtbar unkompliziert … Kennt ihr das auch? Ich fürchte schon und empfinde es als ein weit verbreitetes "Gute Mädchen-Phänomen".

Das ist auf jeden Fall ein Thema, das uns immer wieder begegnet und ich werde es in Kürze noch einmal als Schwerpunkt aufgreifen. Dann erzähle ich euch auch, welch Hochgefühl der Vorwurf in mir ausgelöst hat, ich wisse ja, was ich wolle – stelle man sich das mal vor!


Bis dahin habt es fein, bleibt gesund und voller Vertrauen – Rock 'n' Roll & Ommm Michi



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